Creating a Brand Identity: Keine Kochrezepte für Marken

Mit Creating a Brand Identity veröffentlicht die Autorin Catharine Slade-Brooking ein Handbuch für Designer. Die einheitlich wirkenden How-To-Anleitungen werden komplexen Branding-Prozessen aber kaum gerecht.

Wie schon andere, jüngst erschienen, Bücher widmet sich auch Creating a Brand Identity dem Thema Branding und will dabei speziell Designer und Design-Studenten an die Hand nehmen. Das ist begrüßenswert: Kunden wollen den ganzen Corporate Identity-Werkzeugkoffer nutzen. Und der umfasst, neben vielen anderen Tools, auch Marktforschung, Strategie und markenarchitektonisches Denken. In diesem komplexen Geflecht müssen Designer ihren Platz finden, verstehen, welche Prozesse stattfinden und wie sie wo am besten partizipieren können um ein hervorragendes Ergebnis zu erzielen. Sich als Designer über Branding und zugehörige Trends zu informieren ist eine gute Idee, man könnte sogar sagen: es ist Pflicht!

Creating a Brand Identity_Spread_2

„Creating a Brand Identity“ ist dabei vielleicht nicht der Titel der Wahl um in das komplexe Thema einzusteigen: Nach den ersten Kapiteln („Branding Basics“, „Brand Anatomy“ und „Brand Strategy“) und der Darstellung eines scheinbar allgemeingültigen Designprozesses mutet das Buch wie ein Mini-Lexikon zum Thema Branding an. Nur, dass zentrale Begriffe nicht alphabetisch sondern chronologisch sortiert sind und einen homogenen Workflow abbilden. Dabei entstehen Lesesituationen, die schnell unbefriedigend werden. Ein Beispiel: Zum Branding-Prozess gehört eine Research-Phase. Und wie funktioniert Research? Mit den folgenden vier Methoden A, B, C und D. In vier Abschnitten werden diese kurz erklärt. Fertig, nächster Punkt. Das Warum und Wie bleibt so auf der Strecke, was dazu führt, dass die komplexen Dimensionen eines Prozesses der Identitätsfindung und Neugestaltung kaum deutlich werden. Bei aller fachlichen Richtigkeit will dieses Handbuch vielleicht etwas zu sehr Handbuch sein — leider (oder zum Glück) funktionieren Marken aber nicht nach Kochrezepten und How-To-Anleitungen.

Creating a Brand Identity_Spread_1

„Creating a Brand Identity“ versucht die Unmöglichkeit, einen hochkomplexen Prozess wie die Erschaffung einer Unternehmensidentität gleichzeitig aus der Sicht eines multidisziplinären Teams und aus der Perspektive eines praktisch arbeitenden, einzelnen Designers darzustellen — wegen unscharfer Trennungen von Ebenen und Prozessmomenten gelingt das leider nicht.

Creating a Brand Identity_Spread_8

Vielleicht wäre das Buch für Einsteiger oder Studenten dennoch empfehlenswert — wäre da nicht das Buchdesign. Denn unabhängig vom Inhalt sind Seitengestaltung, Schrift, Schriftgröße und Satz so gewählt, dass der Titel kaum zum Lesen einlädt.

Weitere Informationen & Bestellung hier.

Das Branding Buch für Designer & Marketingleute

Wahrscheinlich wurden nur wenige Begriffe im Umfeld von Werbeagenturen und Designbüros in den letzten Jahren so inflationär genutzt wie die Wörter Branding und Corporate. Unterhalten wir uns mit einer kleinen Recherche: Was bedeutet Branding im eigentlichen Sinne? Wikipedia definiert Branding als „the act of imprinting or engraving a brand name or symbol onto a product”. Laut Forbes hielten… weiter lesen

Wally Olins spricht über Branding

Wally Olins kann man getrost als den Marken- und Corporate-Identity-Guru schlechthin bezeichnen. Mit seinen Werbe- und Beratungsunternehmen (Wolff Olins und Saffron Brand Consultants) arbeitete der 1930 geborene Brite unter anderem für Größen wie Renault, BP und VW. Mit seinen ganzheitlichen Ansätzen zur Kommunikations- und Marketinggestaltung von Unternehmen, die er in mehreren Büchern beschrieb, trug er entscheidend zu einer… weiter lesen