LOGO MODERNISM Titel

Titel

Logo Modernism

Autor

Jens Müller, R. Roger Remington

Verlag

TASCHEN

Seitenzahl

432

Größe

24,6 x 37,2 cm (riesig, Hardcover)

ISBN

978-3-8365-4530-3

Bewertung

(3/5)

Paul Rand wusste es: „A good logo provides the pleasure of recognition and the promise of meaning.“ Logos bedeuten etwas — sie sind mit Bedeutung aufgeladene Zeichen, die Identitäten vermitteln, Wiedererkennung generieren und, wenn sie beim Betrachter etabliert sind, ein Produkt in Bruchteilen von Sekunden auf- oder abwerten. Bücher wurden ihnen schon viele gewidmet; „LOGO MODERNISM“ (TASCHEN) verschreibt sich ganz dem modernistischem Logo.

Einen wahren Boom erlebte das Logo, wie wir es noch heute oft kennen, in der Zeit, in der sich die strikte Corporate Identity entwickelte und etablierte. Aus dem Konzept der „Moderne“ entwickelten Grafikdesigner wie Massimo Vignelli, Burton Kramer und Paul Rand ab der Mitte des letzten Jahrhunderts Unternehmensauftritte mit einer klaren visuellen Sprache. Dessen Herzstück war zumeist ein Logo (oft in Kombination mit einer Grotesk-Schrift wie der Helvetica).

LOGO MODERNISM - 01

Ein Katalog solcher Logos erscheint nun als 430 Seiten starker Prachtband im TASCHEN Verlag: rund 6000 Bildmarken hat der Düsseldorfer Designer Jens Müller in präziser Kleinarbeit gesammelt, klassifiziert und digital aufbereitet. Nun liegt die Sammlung als Buch vor.

Müller sortiert die Objekte seiner subjektiv zusammengetragenen Auswahl in drei thematische Schatzkästchen: geometrisch, Effekt und typografisch. Durch weitere Unterkategorien kann der Betrachter durch die unglaubliche Menge visueller Leckerbissen navigieren und dabei wunderbare Entdeckungen machen: das alte Logo des British Railways Board (Obergruppe: Geomentrisch, Untergruppe: Pfeil) ist genauso vertreten wie die alte Bildmarken von BP (Effekt, weiß auf schwarz) und das ikonische Logo der M.I.T. Press (typografisch, drei Buchstaben). Sie stehen als Arbeiten von Meistern wie Paul Rand und Saul Bass neben Logos von heute unbekannten Möbelherstellern, kleinen lokalen Unternehmen oder großen Konzernen und Vereinigungen.

Die Omnipräsenz des modernistischen Logos als Zeichen für Institutionen jeder Größenordnung zeigt, wie die Moderne auch im Bereich des Grafikdesigns zum Bestandteil einer (visuellen) Leitkultur wurde.

LOGO MODERNISM - 02

Diese Logos zu sehen macht Freude, auch deshalb, weil unmittelbar deutlich wird, wie groß der Einfluss der Arbeiten auf die heutige Designsprache ist: Trends wie das viel beschworene Flat Design und mehr oder weniger abstrakte Formen im visuellen Ausdruck von Unternehmen sind keine Erfindung des Internetzeitalters, sondern können auf eine lange Geschichte zurückblicken.

Schade ist freilich, dass die gezeigten Logos nur in schwarz-weiß wiedergegeben sind; zur Ästhetik des Buches trägt dies ohne Zweifel bei. Die zuweilen künstliche Reduktion enthält dem Betrachter aber wichtige Informationen vor; „LOGO MODERNISM“ wird so zu einem Band, der sich ganz der Form verschreibt — damit büßt er an dokumentarischer Qualität ein und wird ein bisschen zum Coffee Table Book. Ein sehr oppulentes Coffee Table Book für Liebhaber freilich, oder eine Quelle maßloser Inspiration für zeitgenössische Designer.

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Fotos: TASCHEN.